16 Okt. 2026

Wer eine Fassade armiert oder ein WDVS verputzt, braucht ein zuverlässiges Glasfasergewebe. Im Handel sehen viele Gewebe auf den ersten Blick gleich aus: weiss, quadratische Maschen, Rolle zu 50 m². Die Unterschiede zeigen sich erst Jahre später – an Rissen im Putz. In dieser Kaufberatung erklären wir, worauf Sie beim Glasfasergewebe kaufen achten sollten, wann sich 160 oder 165 g/m² eignet und wie Sie den Bedarf an Rollen richtig berechnen.

1. Das Flächengewicht: Was bedeuten 160 und 165 g/m²?

Das Flächengewicht gibt an, wie viel Glasfaser und Beschichtung in einem Quadratmeter Gewebe stecken. Für die normale Putzarmierung auf Fassaden und in WDVS hat sich der Bereich um 145 bis 165 g/m² bewährt. Leichtere Gewebe (unter 100 g/m²) sind eher für Innenputze und Spachtelarbeiten gedacht, deutlich schwerere Panzergewebe für stossgefährdete Bereiche wie Sockel oder Eingänge.

Der Unterschied zwischen 160 und 165 g/m² ist klein, aber in der Praxis spürbar:

  • 160 g/m² (Maschenweite ca. 5 x 5 mm): der bewährte Standard für WDVS und Fassadenputze. Die etwas grössere Masche lässt sich leicht einbetten und mit Armierungsmörtel gut durchdringen.
  • 165 g/m² (Maschenweite ca. 4 x 4 mm): etwas dichter und kräftiger. Ideal, wenn Sie mehr Reserve gegen Spannungsrisse wünschen, etwa bei Sanierungen, grossen Flächen oder Untergründen mit unterschiedlichem Verhalten.

Beide Varianten finden Sie direkt ab Lager: das Glasfasergewebe 165 g/m² und das Armierungsgewebe 160 g/m².

2. Alkalibeständigkeit: das wichtigste Qualitätsmerkmal

Armierungsmörtel und Grundputze auf Zement- oder Kalkbasis sind stark alkalisch. Ein ungeschütztes Glasfasergewebe würde darin mit der Zeit an Festigkeit verlieren. Deshalb wird gutes Armierungsgewebe mit einer alkalibeständigen Beschichtung ausgerüstet.

Entscheidend ist die Restfestigkeit nach alkalischer Alterung: Wie viel seiner ursprünglichen Zugfestigkeit behält das Gewebe, nachdem es künstlich gealtert wurde? Üblich gefordert sind mindestens 50 %. Fragen Sie beim Kauf immer nach einem Prüfbericht. Unser Glasfasergewebe 165 g/m² erreicht laut TZÚS-Prüfbericht 060-058819 eine Restfestigkeit von 97,5 % längs und 71,8 % quer – weit über der Anforderung.

Wie Sie die Qualität eines Gewebes auf der Baustelle selbst einschätzen können, lesen Sie in unserem Beitrag zur Qualitätskontrolle bei Armierungsgewebe.

3. Weitere Punkte, auf die Sie achten sollten

  • Gleichmässiges Maschenbild: Die Maschen sollten gerade und gleich gross sein. Verzogene oder verschobene Fäden sind ein Zeichen für mangelhafte Produktion.
  • Saubere Beschichtung: Die Beschichtung muss gleichmässig sein und darf beim Biegen nicht abbröckeln.
  • Rollenbreite und -länge: Standard ist 1 x 50 m = 50 m². Achten Sie darauf, dass die Rolle tatsächlich die angegebene Länge hat.
  • Verfügbarkeit: Auf der Baustelle zählt jeder Tag. Ein Lieferant mit eigenem Lager in der Schweiz kann kurzfristig liefern – auch grössere Mengen.

4. Wie viele Rollen brauche ich? So berechnen Sie den Bedarf

Das Gewebe wird an den Stössen mindestens 10 cm überlappt. Dadurch verbrauchen Sie etwas mehr Gewebe als die reine Wandfläche. Als Faustregel gilt:

Benötigte Gewebefläche = Wandfläche x 1,1

Eine Rolle mit 50 m² reicht damit für rund 45 m² Wandfläche.

Ein Beispiel: Eine Fassade mit 300 m² Fläche (Fenster bereits abgezogen) braucht etwa 300 x 1,1 = 330 m² Gewebe. Das sind 330 : 50 = 6,6, also 7 Rollen. Planen Sie zusätzlich Material für Fensterecken ein: An allen Ecken von Öffnungen wird ein diagonaler Gewebestreifen (ca. 20 x 40 cm) eingelegt, damit dort keine Kerbrisse entstehen.

Für Gebäude- und Fensterkanten empfehlen sich zudem vorgefertigte Gewebewinkel. Sie sparen Zeit und sorgen für saubere, stabile Kanten.

5. Die richtige Einbettung entscheidet mit

Auch das beste Gewebe wirkt nur, wenn es richtig verarbeitet wird. Es gehört ins obere Drittel der Armierungsschicht, muss faltenfrei liegen und vollständig von Mörtel umschlossen sein. Ein Gewebe, das direkt auf der Dämmplatte liegt oder an der Oberfläche durchscheint, kann seine Aufgabe nicht erfüllen. Mehr zu den typischen Einsatzbereichen lesen Sie in unserem Beitrag Wofür wird Glasfasergewebe im Bau verwendet?

Fazit: Glasfasergewebe mit Prüfnachweis kaufen

Beim Kauf von Glasfasergewebe lohnt sich ein zweiter Blick. Für Standard-WDVS und Fassaden ist 160 g/m² eine bewährte Wahl, für mehr Reserve gegen Risse eignet sich 165 g/m². Wichtiger als ein paar Gramm sind aber die geprüfte Alkalibeständigkeit, ein gleichmässiges Maschenbild und eine korrekte Verarbeitung. Rechnen Sie mit etwa 45 m² Wandfläche pro Rolle und planen Sie Material für Ecken und Kanten ein.

Sie brauchen Glasfasergewebe für Ihr nächstes Projekt? Bei i-bau.ch haben wir beide Varianten in grossen Mengen an unserem Lager in Oberkulm (AG) vorrätig – von einzelnen Rollen bis zur ganzen Palette. Gerne beraten wir Sie telefonisch unter +41 76 673 27 13 oder per E-Mail an service@i-bau.ch.

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